Stunde der Wintervögel 2020 – Ein Fahrstuhl für den Specht

11. Januar 2020, 10 Uhr im Schlosspark Machern.
Der Regionalverein hatte zur alljährlichen Wintervogelwanderung eingeladen und Uwe Bauch begleitete wie in den zurückliegenden Jahren die Wandernden.

Auf Spurensuche im Schlosspark

Über dem Schlossparkteich waren Lachmöwen auf der Suche nach Fressbarem unterwegs. Saatkrähen, im Winter aus Russland zu uns gekommen, flogen über den Park. Ein Eisvogel huschte über den schmalen Bach der angrenzenden Wiese, in dem es winzige Fische gibt, Amseln holten sich die süßen Früchte der zahlreich im Park wachsenden Eiben. Erlenzeisige, Blau- und Kohlmeisen huschten durch die Kronen der uralten Bäume, Kleiber rannen an der Rinde hinauf und hinab. Die einstündige Wanderung durch den Schlosspark hielt jede Menge schöne Beobachtungen und Überraschungen für die 20 Teilnehmer bereit. Am faszinierendsten für alle waren die Spechtbäume.
In der Ferne hämmert unüberhörbar der Schwarzspecht
In der Ferne hämmert unüberhörbar der Schwarzspecht

Schon von weitem war aus ihrer Richtung lautes Trommeln zu hören. Ununterbrochen hämmerte ein Schwarzspecht auf einen abgestorbenen Baumstamm ein, große Späne flogen auf den Waldboden herab. Es war ein Specht-Männchen, gut erkennbar an der roten Haube, die sich vom Schnabel bis zum Hinterkopf zieht – Weibchen haben nur einen roten Hinterkopf. Die zurückliegenden trockenen und heißen Sommer haben dem Specht ein Überangebot an Käferlarven beschert. Normalerweise müsste er jetzt im Tiefschnee nach Ameisen graben. Später flog er zum benachbarten Höhlenbaum und verschwand in der untersten Höhle. Sekunden darauf schaute er aus der etwa 50 cm darüber gelegenen Höhle wieder heraus. Das Spiel schien ihm zu gefallen, er wiederholte es viele Male, zum Vergnügen der Wanderer. Es schien, als hätte er einen Fahrstuhl in seine Höhlen eingebaut


Neben der Beobachtung der Vogelwelt gab es jede Menge am Wegesrand zu entdecken, Vogelfedern, bemooste Äste und Zunderschwammpilze. Genau auf diese waren alle neugierig.

Ein Federfund, die Federn sind nicht gezupft worden. Uwe Bauch erklärt, dass es darauf schließen lässt, dass die Täter keine Greifvögel waren sondern vielleicht Fuchs, Marder oder Waschbär.

Gab es doch zum Abschluss der Wintervogelwanderung eine Vorführung, wie man mit Hilfe von Zunderschwamm und ohne Zündhölzer Feuer entfacht.

Erste Versuche das Feuer zu entfachen. Zunderschwämme passen sich farblich ihren Wirtsbäumen an.

Erfolgreich – Das Experiment mit Zunderschwamm ist gelungen

Unsere Beobachtungen zur Stunde der Wintervögel im Schlosspark:
4 Amseln, 20 Blaumeisen, 3 Buntspechte, 2 Elstern, 10 Erlenzeisige, 5 Kleiber, 10 Kohlmeisen, 3 Ringeltauben, 1 Grünspecht, 8 Dohlen, 30 Saatkrähen1 Schwarzspecht, 1 Eisvogel, 2 Lachmöwen, 10 Stockenten, 3 Graureiher

Meldebogen zur Stunde der Wintervögel 2020. Vögel zählen, aufschreiben und dem NABU melden.

Für das Picknick am Agnestempel spendete die Bäckerei Keller wieder Brot und Kuchen.
Wir sagen herzlich Dankeschön.