B6-Ausbau in Machern – Stand März 2017

Die B6 in Machern – die unendliche Geschichte wird jetzt konkret

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Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) und das mit der Vorplanung beauftragte Ingenieurbüro informierten am 7. März 2017 Macherns Runden Tisch Verkehr über den aktuellen Planungsstand.

Diese Vorplanung gliedert den B6-Ausbau in drei Abschnitte

  1. vom westlichen Ortseingang bis zur Netto-Einfahrt
  2. von der Netto-Einfahrt bis zur Einfahrt Lindenallee/Rudolf-Breitscheid-Straße
  3. von der Einfahrt Lindenallee/Rudolf-Breitscheid-Straße bis zum östlichen Ortseingang

Der zweite Bauabschnitt enthält den Knoten B6–Dorfstraße/K8367 als besonderen Planungsposten.

Die vorgestellten Varianten enthalten

  • eine durchgehende Fahrbahnbreite von 6,50 Metern (im 3. Planungsabschnitt wären auch 7 Meter möglich)
  • verkehrsberuhigende Inseln an den Ortseingängen
  • zahlreiche Querungsmöglichkeiten der B6
  • eine durchgängige Führung für Radfahrer (Radwege oder Radfahrstreifen neben der Fahrbahn) und Fußgänger

Mit einem Vorentwurf, an dem die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden, ist frühestens im Jahre 2018 zu rechnen.

Somit ist mit dem Planfeststellungsverfahren nicht vor dem Jahr 2021 zu rechnen und der tatsächliche Baubeginn dürfte somit in der Mitte der 20er Jahre liegen.

Nun zur Chronologie

Im vorigen Bundesverkehrswegeplan für den Zeitraum 2001 bis 2015 vom Juni 2003 war als vordringlicher Bedarf eine Verlegung der B6 in Machern als bahngebündelte Trasse (Länge 2,2 km, Kosten 10,2 Mio. EUR) eingestellt worden. Zwischenzeitlich wurden die dafür vorgesehenen Kosten auf 26,3 Mio. EUR angehoben.
In der Grundkonzeption für den BVWP 2015 (Stand Juli 2014) ist eine B6-Verlegung in Machern nicht mehr vorgesehen.
Seit über fünfzehn Jahren wird dieses Vorhaben sehr kontrovers diskutiert. Aktuelle sowie mögliche neue Betroffenheiten für Mensch und Natur wurden gegeneinander abgewogen.

Ausgehend von einem mit gravierende Mängel versehenden Verkehrsgutachten der Obermeyer Planungsgesellschaft aus dem Jahre 2002/03, wurde die Diskussion über unterschiedliche Planungskorridore jedoch nachhaltig angeheizt.
Sechs Varianten wurden diskutiert: zwei im Norden, eine im Süden, die sogenannte Nullvariante und zwei bahngebündelte Trassen.
Umweltverträglichkeitsstudien zeigten jedoch, dass Süd- und Nordvarianten nicht realisierbar sind.

Auch politisch-strategisch hatte sich in diesem Zeitraum einiges geändert: Gegenüber Aus- und Neubau von Straßen haben nun Erhaltungsinvestitionen den Vorrang.

Auf Anfrage der Gemeinde teilte das LASuV, Niederlassung Leipzig am 13. Februar 2012 mit, dass die Vorplanung vom ehemaligen Straßenbauamt Chemnitz abgeschlossen sei.

»Im Ergebnis der Abwägung innerhalb der sächsischen Straßenbauverwaltung wurde nach Auswertung aller Planungsunterlagen nur der richtliniengemäße Ausbau der Ortsdurchfahrt (0+ - Variante) und eine bahngebündelte Variante als realisierbar eingeschätzt.«

Das LASuV sagte inzwischen zu, nur noch die Erneuerung der bestehenden B6 zu beplanen.

Der unter der Leitung der Bürgermeisterin tagende Runder Tisch Verkehr befragte betroffenen Bürger, welche Anregungen und Vorschläge zum Ausbau der vorhandenen B6 in der Ortslage Machern denkbar seien.
Es gab beachtliche 598 Einzelrückmeldungen von insgesamt 104 Bürgerinnen und Bürgern im Zeitraum von rund zwei Monaten (bis September 2015).
Die Bürgermeisterin hat das Ergebnis der Bürgerbeteiligung dem LASuV zur Berücksichtigung in deren Planung zur Verfügung gestellt.

Im Schreiben vom 5. November 2015 nahm das LASuV zu den Vorschlägen und Planungsideen der Gemeinde Machern (Ergebnis der Bürgerbefragung) Stellung.

Die Hinweise sollen in die Planung mit aufgenommen werden, wobei diese nach anerkannten Regeln und dem Stand der Technik erfolgt und viele Aktivitäten und weitergehende Planungen (Lärmschutzmaßnahmen, Radwege, Ampelanlagen und -schaltungen, Fußgängerquerungen, Höhenlage der Straße, ...) stehen erst mit Vorlage der Straßenplanung an.
Probleme zu Leitungsumverlegung von Medien obliegen den Versorgungs- und Telekommunikationsunternehmen.
Darüberhinaus müssen weitere Fragen (zulässige Höchstgeschwindigkeit, Geschwindigkeitsüberwachungen, Lichtsignalanlegen) mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde abgestimmt werden.
Weitere Vorschläge bspw. zur Straßenbeleuchtung oder zum Parkplatzausbau obliegen der Gemeinde oder sind auf Grund gesetzlicher Vorgaben kaum umsetzbar (Nachtfahrverbot für Schwerlastverkehr, Mautpflicht).

Die Gemeinde Machern traf sich am 25. Januar 2016 mit Vertretern des LASuV, um Klarheit zu den Vorplanungsprämissen zu erhalten und veröffentliche folgende Stellungnahme.

Am 25.01.2016 gab es ein weiteres, sehr konstruktives Gespräch zwischen dem Leiter der Niederlassung Leipzig des LASuV, Herrn Heier, der Bürgermeisterin Doreen Lieder, den zuständigen Bearbeitern und Herrn Laube als Vertreter vom Macherner »Runden Tisch Verkehr«. Dabei wurden der Stand und das weitere Vorgehen beim Projekt »B6-Ausbau in Machern« besprochen.
Nach der im Jahr 2015 abgeschlossenen Planungsvereinbarung zwischen LASuV und Gemeinde sowie der bereits daraufhin durchgeführten und abgeschlossenen Bestandsvermessung erfolgt derzeit die Vergabe der Straßenplanungsleistungen mit einer zeitnahen Beauftragung. Mit ersten Ergebnissen der Voruntersuchung ist Ende 2016 zu rechnen. Diese sollen dann von beiden Partnern der Gemeinschaftsmaßnahme geprüft werden, um eine gemeinsame Entscheidung für eine Vorzugsvariante herbeizuführen. Dieser Prozess wird von einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit begleitet.
Die Gemeinde hat ihrerseits bereits im Rahmen der Vorbereitung der Voruntersuchung aktiv mit einer Umfrage Probleme und Bürgerwünsche ermittelt. Die Ergebnisse der Umfrage werden dem Planungsbüro für die weitere Bearbeitung des Projektes als Material zur Verfügung gestellt. Insbesondere über die vielen straßenplanerischen Ausführungsvorschläge kann aber erst im Ergebnis der Voruntersuchung entschieden werden.

Bedenkt man, dass ab 2017 eine mehrjährige Planungsphase – Entwicklungs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung – läuft, ist mit der eigentlichen Bauausführung nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen.

Im Entwurf des aktuellen Bundesverkehrswegeplanes 2030 (BVWP – Entwurf vom März 2016) ist die B6 in Machern weder im vordringlichen noch im weiteren Bedarf aufgeführt.

Macherns Runder Tisch Verkehr wird diesen Prozess Erneuerung der Ortsdurchfahrt – B6-Ausbau in Machern auch weiterhin begleiten.